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Löschantrag nach Anfrage und Antwort in der QS Christentum, siehe dort [1]. WP:OR über ein religionsgeschichtliches Buch, wobei das Thema bereits im Artikel Gottesmord behandelt wird. -- Gudrun Meyer (Disk.) 01:34, 9. Feb. 2011 (CET)


Vorlage:QS-Christentum „Wer war schuld an Jesu Tod“ von Pinchas Lapide ist ein religionswissenschaftliches Werk, das sich mit der Bedeutung und Funktion der literarischen Darstellung der Verantwortlichkeit für die Hinrichtung von Jesus von Nazareth auseinandersetzt.

Das Buch ist 1987 im Gütersloher Verlagshaus erschienen (ISBN 3-579-01419-6).

Aufbau Bearbeiten

In seinem Bemühen, ein neues Verständnis durch die Überwindung der Vorurteile zwischen Juden und Christen zu ermöglichen, geht Pinchas Lapide der Frage auf den Grund, wer vor 2000 Jahren die Verantwortung für die Hinrichtung Jesu Christi trug. Er analysiert hierzu die problematischen neutestamentlichen Stellen, zeigt deren Auswirkungen und stellt sie in den historischen Kontext. Er zeigt ein ganzes Spektrum von Meinungen zu diesem Thema auf, indem er auf die Stellungnahmen verschiedenster internationaler Theologen verweist. Das Buch ist in folgende Kapitel unterteilt:

  1. Judas verkannt und verraten
    • Der Judasmythos
    • Problematische Prophezeiungen
    • Dreißig Silberlinge
    • Die Verräterhypothese
    • Eine fällige Rehabilitation
  2. Der sogenannte Prozess vor dem Hohen Rat
    • Die fatale "Gottesmord"-Tradition
    • Überlieferung und Schuldverschiebung
    • Die Gefangennahme
    • Jesus vor den jüdischen Behörden
    • Fundamentale Zweifel
  3. Von Pontius zu Sankt Pilatus
    • Die historische Gestalt des Pilatus
    • Jesus vor dem römischen Statthalter
    • Jesus Barrabas
    • Der Urteilsspruch
  4. Acht Antworten auf die Schuldfrage[1]

Inhalt Bearbeiten

In seinem Versuch, das jüdische Volk hinsichtlich des Vorwurfes des Gottesmordes zu rehabilitieren, betrachtet Pinchas Lapide die drei hauptbeschuldigten Parteien der Passion Christi.

Er beginnt mit Judas Ischariot, dem Jünger, der Jesus durch den "Judaskuss" auslieferte. Bis in die heutige Zeit steht er für den Juden als "Verräter par excellence; Inbegriff des Bösen; ein Ausbund aller Niedertracht".[2] Lapide vermutet, dass die Figur des Judas von den Evangelisten als fiktiver, dunkler Gegenspieler zu Jesus gedacht war.

Als zweites betrachtet er den Prozess Jesu vor dem Hohen Rat. Hier sieht er die Grundlage der Anschuldigung des Gottesmordes. Er zeigt die Differenzen in der Berichterstattung der Evangelisten auf und stellt die durch die in der Bibel gegebenen Fakten in den historischen Kontext. Gleichzeitig weist er Widersprüche zur damaligen gültigen jüdischen Rechtspraxis auf.

In der Betrachtung des Pontius Pilatus unter dem Titel "Von Pontius zu Sankt Pilatus" weist er auf Widersprüche der Darstellung der Evangelisten zu der damaligen üblichen römischen Rechtspraxis hin. Diese gehäuft auftretenden Widersprüche begründet er mit nachträglich vorgenommenen Redigierungen, die mit dem Ziel erfolgten, das Christentum stärker vom Judentum abzugrenzen, um sich selbst gegen römische Verdächtigungen oder römische Eingriffe zu schützen. Als Folge wurden die Juden zunehmend negativ dargestellt, um die römischen Besatzer in einem freundlicheren Licht zeigen zu können.

Pinchas Lapide schließt mit dem Versuch, eine Antwort auf die Schuldfrage zu finden. Hierbei kommt er zu dem Ergebnis, dass der Kreuzestod Jesu Gottes Wille, "Herzstück göttlicher Vorsehung"[3] war und Jesus sich selbst zur Vergebung der Sünden aller "hingegeben" hat.[4] Demzufolge sei Judas Handeln essentiell für die Passionsgeschichte und das Kirchenheil. Für Lapide gab es keinen Gottesmord und somit auch keine Rechtfertigung der vergangenen Diskriminierung und Verfolgung der Juden.

Kritik Bearbeiten

Pinchas Lapide war sehr um den jüdisch-christlichen Dialog bemüht. Viele seiner zahlreichen Werke befassen sich mit den Streitpunkten der jüdisch-christlichen Beziehungen. Durch seine Analyse der Passionsgeschichte in historischer sowie in philologischer Weise nahm er vielen Vorurteilen, z. B. dem Stereotypen des jüdischen Gottesmörders, den Nährboden.

Als liberaler jüdischer Theologe, Philologe und Diplomat wird er von evangelischer und katholischer Seite geschätzt. Von jüdischer Seite wird er hingegen wegen seines sehr milden Tonfalls kritisiert.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. "Wer war schuld an Jesu Tod?", Pinchas Lapide, 1987, S. 5
  2. "Wer war schuld an Jesu Tod?", Pinchas Lapide, 1987, S. 11
  3. "Wer war schuld an Jesu Tod?",Pinchas Lapide, 1987, S. 97
  4. "Wer war schuld an Jesu Tod?", Pinchas Lapide, 1987, S. 119

Quellen Bearbeiten

  • "Wer war schuld an Jesu Tod?", Pinchas Lapide, 1987, Gütersloher Verlaghaus

Weblinks Bearbeiten

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